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Der
Ursprung des Namens Bonn ist umstritten. Zum einen
war der Name Überlieferungen zufolge eine Bedingung
des Dorfältesten der Ubier, nach dem er mit dem
Legat der Truppe der einrückenden Römer
Frieden geschlossen hatte. Zum anderen soll er aus
dem Keltischen stammen und soviel wie "Furt durch
den Rhein" oder "großes gutes Wasser"
bedeuten. Lange vor dem Beginn der Zeitrechnung lebten
in der Bonner Region Menschen. Dies ist belegt durch
zwei gut erhaltene Skelette, die in einem Doppelgrab
im Stadtteil Oberkassel gefunden wurden. Auf beiden
Seiten des Rheins siedelten sich später Kelten
und Germanen an. Es gab sowohl im heutigen Beuel ein
kleines, keltisch-uberisches Dorf, als auch auf der
linken Rheinseite zwischen Rhein und Gumme eine Siedlung,
deren Bewohner von Fischerei, Jagd und Handel lebten.
Welcher der beiden Volksstämme vorherrschend
war, ist bis heute ungeklärt. Mit Sicherheit
gab es jedoch in der Region schon eine Siedlung namens
Bonna. Ungefähr 10 v. Christus berichtete der
römische Schriftsteller Florus zum ersten Mal
von einem Lager "Bonna". Als sich das nördliche
Köln zur zivilen Siedlung wandelte, wurde eine
der beiden dort stationierten Legionen, die Legio
I Germanica, um 40 n. Chr. nach Bonn verlegt. Diese
etwa 7000 Mann starke Legion baute das Castra Bonnensia
weiter aus. Es entstand eine fast quadratische Festung
von 528 mal 524 Metern mit einer Hafenanlage, die
im Osten natürlich vom Rhein begrenzt wurde und
noch heute bei Niedrigwasser in ihren Grundrissen
zu erkennen ist. Im Umland der Festung ließen
sich Handwerker und Händler nieder, die vom lokalen
Handel mit den Römern profitierten, so dass schon
in den ersten Jahrhunderten n. Chr. Bonn zeitweise
eine Einwohnerzahl von bis zu 17.000 Einwohnern hatte.
Lage und Ausdehnung des zugehörigen Zivilvicus
sind nicht ganz geklärt, da alle Bereiche von
Lager und Stadt unter dem modernen Bonn liegen. Das
Lager war bis in die Spätantike besiedelt. Eine
frühe Kirchenanlage unter der Dietkirche ist
aber wohl noch nicht vor merowinger zeitlich; auch
ein Babtisterium kann archäologisch nicht nachgewiesen
werden, obwohl dies oft behauptet wird. Ab dem 7.
Jahrhundert und dann vollends im 9./10. Jahrhundert
verlagert sich der Siedlungsschwerpunkt Bonns in die
Gebiete der heutigen Innenstadt, die Funktion der
Hauptkirche übernimmt eine Bauvorgänger
des heutigen Bonner Münster, das Ursprünge
in einem Grab- und Memorialbau reicher Franken aus
dem 6. Jahrhundert besitzt. Zwischen dem 11. und dem
13. Jahrhundert wurde das Bonner Münster im romanischen
Stil gebaut. 1268 - 1794 war Bonn Sitz der Erzbischöfe
und Kurfürsten von Köln. Der Erzbischof
von Köln Clemens-August der Erste ordnete während
seiner Herrschaft 1724 - 1761 den Bau einer
Reihe von barocken Gebäuden an, die der Stadt
noch heute ihren Charakter verleihen.
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1786 erhob Kurfürst Maximilian Franz die 1777 gegründete
Bonner Akademie zur Universität. Außerdem
machte er Bad Godesberg zum Kurort und war ein Förderer
des jungen Ludwig van Beethoven, der 1770 in der Stadt
geboren wurde. So finanzierte der Kurfürst beispielsweise
die erste Reise des Komponisten nach Wien. 1794 wurde
die Stadt von französischen Truppen besetzt, die
Universität wurde geschlossen. Max Franz, der letzte
Kurfürst unter den Erzbischöfen von Köln
floh nach Wien. Bonn wurde Teil des Imperiums Napoleons.
In der Folge des Wiener Kongresses fällt Bonn 1815
an Preußen und wird Kreisstadt in der Rheinprovinz.
1818 wurde die heutige Rheinische Friedrich-Wilhelm-Universität
wieder gegründet und ab 1822 gehörte Bonn
zur preußischen Rheinprovinz. Danach war die Stadt
bis Ende des Zweiten Welt Krieg von eher geringer Bedeutung.
Lediglich die Universität genoss großes Ansehen.
Zum 1. Oktober 1887 schied Bonn aus dem Kreis Bonn aus,
um eine kreisfreie Stadt zu werden. 1932 wurde der Kreis
Bonn um den aufgelösten Kreis Rheinbach vergrößert.
Vom zweiten Weltkrieg ist Bonn relativ wenig betroffen.
Von Bombenangriffen bleibt Bonn bis Herbst 1944 weitgehend
verschont. Am 9. März 1945 wird die Stadt nahezu
kampflos den Alliierten übergeben, zu diesem Zeitpunkt
ist Bonn zu etwa 30 Prozent zerstört. Mit Ende
des Zweiten Weltkrieg war Bonn Teil der britischen Besatzungszone
und wurde dann dem Land Nordrhein-Westfalen eingegliedert.
1949 wurde die Stadt vor allem auf Initiative von Konrad
Adenauer zur provisorischen Hauptstadt Westdeutschlands
erklärt. 1969 erfolgte die Eingemeindung der Städte
Bad Godesberg und Beuel sowie von neun Gemeinden des
Amtes Duisdorf. Gleichzeitig wurde der Kreis Bonn im
Rahmen der nordrhein-westfälischen Kreisreform
aufgelöst und Bestandteil des Rhein-Sieg Kreises.
Bad Godesberg wurde danach als Diplomaten Viertel der
Stadt bekannt. Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde
Berlin zur Bundeshauptstadt. Wenngleich Bundestag, Bundesrat
und viele Ministerien und Behörden umzogen, verblieben
einige von ihnen in Bonn oder haben dort einen Zweitsitz.
Dies beschloss der Bundestag am 20. Juni 1991 nach einer
hitzigen Debatte mit 338 gegen 320 Stimmen. Außerdem
erhielt Bonn als Ausgleich für den Umzug von Parlament,
Regierung, Bundesrat, Bundespräsidialamt und verschiedener
Bundesministerien nach Berlin staatliche Fördergelder,
um den notwendigen Strukturwandel zu ermöglichen
(Bonn - Berlin Gesetz). Seitdem darf sich die
Stadt offiziell Bundesstadt nennen, eine in Deutschland
einmalige Bezeichnung. 1999 war der Umzug abgeschlossen.
Zitat aus wikipedia über die Rheinland Kultur
151 Sehenswuerdigkeiten im Rheinland weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit |
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