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Seit bereits sechs Jahren steht im Bonner Stadtteil
Tannenbusch eine blaue Insel und so mancher hat sich
schon über dieses extrovertiert wirkende Gebäude
gewundert. Doch was ist das "Blaue Haus"
eigentlich und wer steckt dahinter? Das Team von Citygator.de
sich dort einmal umgeschaut und mit dem Erbauer über
das ausgefallene Projekt gesprochen. Peter J. Orth
wurde im März 1941 geboren und verbrachte seine
Kindheit im elterlichen Haus in Bonn Tannenbusch.
Bereits mit 30 Jahren hatte er bereits Karriere als
Versicherungsdirektor gemacht und merkte eines Tages,
dass er im Alltagsstress keine Erfüllung fand.
Mit 36 Jahren hatte er genug und stieg aus. In einer
Zeit, in der Zeit das wertvollste ist, was man hat,
beschloss er sich alle Zeit der Welt zu nehmen und
die Segel zu streichen und den blauen Planeten mit
der "Swan of Bonn" zu umsegeln - ohne Terminkalender,
ohne Zeitdruck und Stress. Nach 18 Jahren zog es den
Aussteiger wieder zurück nach Bonn, um sich um
seine erkrankte Mutter zu kümmern, die er zwei
Jahre lang bis zu ihrem Tod pflegte. Nach seiner langen
Auszeit war ihm der deutsche Alltag fremd geworden.
Besonders erschreckt war er von der herrschenden Bürokratie
und so zog es ihn zunächst wieder zurück
in die weite Welt. Doch dazu kam es nicht, denn er
beschloss hier zu bleiben und stattdessen sein elterliches
Haus in eine künstlerische Traumoase zu verwandeln.
Er baute es zusammen mit befreundeten Künstlern
nach seinen Ideen und nach seinen Bedürfnissen
um und schuf ein lebendiges Gesamtkunstwerk. Das neu
geborene "Orth Haus" hat sich bis heute
zu einem künstlerischen und auch kulinarischen
Geheimtipp entwickelt und es entwickelt sich stetig
weiter.
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Peter
J. Orth hat sich jedem Detail des Hauses, jedes Zimmer,
jede Wand, ja sogar jeden Teil des großen Gartens
gestalterisch gewidmet und mit Hilfe befreundeter Künstler
ein Paradies der Fantasie geschaffen. Eindeutig sticht
jedoch die Thematik des Wassers, der Natur und der Freiheit
in fast allen Ideen deutlich hervor. Ein Besuch im Orth-Haus
verwundert auf der einen Seite, fasziniert aber auf
der anderen Seite. Man scheint in eine bizarre Welt
zu treten, in der man zunächst mit allen Sinnen
nach einem Funken "Normalität" zu suchen
scheint. Nicht zuletzt nachdem man Peters "letztes
Hemd" hinter Glas an einer Wand im Garten entdeckt
fühlt man sich mehr und mehr zum Nachdenken über
sich selbst und die sonst für so normal gehaltene
"Welt da draußen" angeregt. Auch wenn
es zunächst etwas unpassend wirkt, dass diese künstlerische
Oase gerade im Stadtteil Tannenbusch entstand, so scheint
es doch geradezu gewollt zu sein. Welch besseren Standort
für eine Insel der Ruhe und der seelischen Entspannung
wäre denn geeigneter als ein sozialer Brennpunkt
wie Tannenbusch. Gerade hier wo Menschen leben, die
durch das System von Bürokratie und Profitgier
gefallen sind, öffnet Peter J. Orth jedem Besucher
das Tor zu einer Welt, die jedem Besucher zu zeigen
scheint, dass die menschliche Existenz mehr zu bieten
hat als stumpfsinnigen Alltagstrott.
Zitat aus der Homepage Citygator über das Gesamtkunstwerk
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