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"Maison
de Plaisance", ein Haus der Freude sollte es
sein, das 1755 errichtete Jagd- und Lustschloss Benrath.
Viel Freude hatte der damalige Kurfürst Carl
Theodor von Pfalz-Sulzbach mit seinem geplanten Sommersitz
sicher nicht. Der Fürst soll gerade mal eine
Stunde in dem Schloss geweilt haben. Und zwar als
er 1785 - anlässlich seines letzten Regierungsaufenthaltes
im Herzogtum Berg - einen Tagesausflug nach Benrath
unternahm. Seiner Frau, Kurfürstin Elisabeth
Auguste, war das Schloss als Witwensitz zugedacht.
Sie besuchte das neu erbaute Schloss 1771 ebenfalls
nur einmal. Der Oberbaudirektor des Fürsten und
Baumeister vom Schloss Benrath, Nicolas de Pigage,
errichtete die Schlossanlage nach französischer
Architekturtheorie. Die beinhaltet die Symmetrie von
Schloss und angrenzender Parkanlage. Damit sollte
eine Verbindung zwischen der Natur und dem Schloss
geschaffen werden, um ländliches Leben in die
Schlossräume zu holen. Alle 30 Minuten sind private
Möbel und Kunstwerke des Fürsten und seiner
Frau in Führungen durch das Schloss zu besichtigen.
Auf Filzpantoffeln schlurfend, können Neugierige
ihre Nasen in die privaten Gemächer des Fürstenpaares
stecken, das Lapidarium (Kellergewölbe) mit Original
Skulpturen erforschen oder den Kuppelsaal bestaunen.
Der durch alle Stockwerke ragende Saal eröffnet
den Besuchern ein Geheimnis, das sich von außen
nicht erkennen lässt:
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Das scheinbar eineinhalb Stockwerk hohe Hauptgebäude
hat eigentlich fünf Etagen. Zwei versteckte Stockwerke
standen dem verwandten Adel und das Mansardengeschoss
der Dienerschaft zu Verfügung. Auf sieben versteckten
Treppenhäusern musste sich die Dienerschaft unbemerkt
zwischen den Diensträumen und Noch heute werden
in fürstlichem Ambiente Konzerte, Ausstellungen
und festliche Empfänge im Kuppelsaal abgehalten.
Mit Jagdmotiven aus Marmor verziert und im Stuck eingearbeitet,
kommt der Kuppelsaal einem antiken Tempel gleich. Neben
den Innenräumen des Schlosses bildet die Porzellan-Sammlung
aus der kurfürstlichen Manufaktur Frankenthal einen
Höhepunkt des Schlossbesuches. Mit Beginn der EUROGA
2002plus steht das Tourismus-Ziel noch stärker
im Mittelpunkt. Die Stadt hat beantragt, Schloss und
Park Benrath als Weltkulturerbe in die Liste der UNESCO
aufzunehmen. 1996 wurden der Park sowie die gesamte
Schlossanlage unter Denkmalschutz gestellt. Jeden Mittwoch
findet um 16.30 Uhr eine aufregende Führung durch
die "Verborgenen Räume" von Schloss Benrath
statt. Da diese Veranstaltungen stets gut ausgebucht
sind, empfiehlt sich eine Voranmeldung einen Monat vorher
unter Tel. 8 99 72 71 (Mo bis Fr 10-14 Uhr) Von Melanie
Spigiel
Zitat aus duesseldorf-today.rp-online.de
151 Sehenswuerdigkeiten im Rheinland weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit
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